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Schulungsübersicht
Einführung in AlphaFold und seine Auswirkungen auf die Biologieforschung
- Geschichte der Proteinstrukturvorhersage: von homologer Modellierung bis zu Durchbrüchen durch tiefes Lernen
- Welche Rolle AlphaFold bei der Beschleunigung struktureller Biologie, Medikamentenforschung und funktioneller Annotation spielt
- Erwartungen an das System: Leistungsfähigkeit, Grenzen sowie Verknüpfungsmöglichkeiten mit experimentellen Ansätzen
- Praktische Übung: Die Oberfläche der AlphaFold-Proteinstruktur-Datenbank (AFDB) erkunden und erste Suchanfragen nach Sequenzen durchführen
Wie funktioniert AlphaFold? Architektur und Kernkomponenten
- Aufbau des neuronalen Netzwerks: Evoformer, Strukturmodul sowie sequenzbasierte Modellierung mit Aufmerksamkeitsmechanismen
- Erstellung mehrfacher Sequenzalignmente (MSA) und Abgleichung mit Vorlagen aus Datenbanken wie PDB, UniRef und BFD
- Erläuterung der Zuverlässigkeitsmaße: pLDDT (Zuverlässigkeit pro Aminosäure) sowie PAE (vorhergesagte Abweichung in der Anordnung)
- Praktische Übung: Anhand einer Beispiel-Proteinsequenz den Arbeitsablauf von AlphaFold nachvollziehen sowie MSA-/Vorlagen-Daten analysieren
Zugang zu AlphaFold: Plattformen, Notebooks und Implementierung
- Offizielle Zugangsmöglichkeiten: AlphaFold DB, öffentliche API, Colab-Notebooks sowie lokal auf GPU-basierten Systemen nutzbare Versionen
- Einrichtung einer reproduzierbaren Colab-Umgebung: Installation notwendiger Abhängigkeiten, Konfiguration der Grafikprozessornutzung und Formulierung der Eingabedaten
- Vorbereitung von Proteinsequenzen: Strukturformat FASTA, Handhabung mehrerer Proteinstränge sowie Berücksichtigung mehrkomponentiger Proteine
- Praktisches Labor: Installation des offiziellen AlphaFold-Notebooks in Colab, Einlesen einer eigenen FASTA-Datei und Initiierung der ersten Vorhersageberechnung
AlphaFold Protein Structure Database und weitere öffentliche Ressourcen
- Nutzung der AFDB: Verfügbarkeit von Daten nach Organismen, Qualitätsbewertung der Strukturen sowie Downloadoptionen (PDB/mmCIF-Formate sowie unrelaxierte pLDDT-Dateien)
- Vergleich mit weiteren Datenbanken: UniProt, PDB sowie funktionelle Referenzdaten wie GO, KEGG und CATH
- Bewältigung großer Datensätze: Grenzen bei Vorhersageberechnungen im Batchverfahren, Hinweise zur Quellenangabe sowie Lizenzbedingungen für die Datennutzung
- Praktische Übung: Extraktion zuverlässiger AFDB-Modelle zu einem spezifischen Forschungsbereich und Vorbereitung dieser Modelle für nachfolgende Analysen
Interpretation von AlphaFold-Vorhersagen sowie Zuverlässigkeitsbewertung
- Auswertung von pLDDT-Wärmkarten: Identifikation stabiler Kernbereiche, instabiler Abschnitte und Bereiche geringerer Zuverlässigkeit
- Analyse der PAE-Matrizen: Bestimmung von Proteinsegment-Grenzen, Wechselwirkungen zwischen Proteinketten sowie potenziell fehlerhafter Faltungsmuster
- Einschätzung der Vorhersagegüte: Einfluss der Sequenzabdeckung, evolutionärer Divergenz und vorhandener Strukturvergleiche auf die Ergebnisqualität
- Praktische Übung: Bewertung von pLDDT- und PAE-Ergebnissen für ein mehrkomponentiges Protein, Markierung fehleranfälliger Bereiche sowie Planung gezielter Mutagenesestudien oder Experimente zur Validierung
Open-Source-Code von AlphaFold und Optionen zur individuellen Anpassung
- Struktur des Repositorys: Hauptmodule, Datenverarbeitungswege sowie Konfigurationsdateien
- Modifikation der Eingabedaten: eigene MSA-Sätze erstellen, Vorlagen überschreiben und Grenzwerte für Zuverlässigkeitsbewertungen anpassen
- Optimierung des Rechenprozesses: Reduktion der Ausführungszeit, effizientere Speicherung sowie regelmäßiges Sichern von Zwischenergebnissen
- Praktisches Labor: Erstellung einer angepassten AlphaFold-Implementierung in Colab mittels individueller Vorlagenkriterien, Ausgabe feinjustierter PDB-Modelle und Erfassung dieser als Projektergebnisse
Einsatzmöglichkeiten von AlphaFold in biologischer Forschung sowie Integration experimenteller Arbeiten
- Nutzung vorhergesagter Strukturen zur Planung gezielter Mutationen, Kristallisationsversuche oder Vorarbeit für Kryo-EM-Analysen
- Funktionelle Bewertungen: Lokalisierung aktiver Zentren, Vorbereitung von Ligandenkombinationen sowie Berechnung Proteininteraktionen
- Grenzen und Validierungsstrategien: Wann Vorhersagen vertrauenswürdig sind, wann experimentelle Bestätigungen notwendig – sowie typische Irrtümer bei der Interpretation
- Workshop: Entwicklung eines Plans zur experimentellen Überprüfung einer vorhergesagten Struktur und Abstimmung der KI-Ergebnisse auf reale Laborverfahren
Zusammenfassung, Abschlussprojekt und zukünftige Entwicklungen
- Wiederholung der Kernaspekte: Systemarchitektur, Interpretation sowie praktische Anwendungswege
- Abschlussaufgabe: Die Teilnehmenden wählen ein gewünschtes Protein aus, erzeugen bzw. laden eine Vorhersage hoch, bewerten die Zuverlässigkeitsparameter und skizzieren eigene Forschungsziele auf Basis dieser Ergebnisse
- Abschlussdiskussion mit Beantwortung offener Fragen, Lösungen typischer Fehlermeldungen sowie Übergabe nützlicher Referenzquellen
- Ausblick: Zukünftige Entwicklungen wie AlphaFold3, RoseTTAFold, trRosetta und weitere Tools aus dem sich entwickelnden Ökosystem der computergestützten Strukturvorhersage
Voraussetzungen
- Grundkenntnisse über Proteinstrukturen sind erforderlich
- Erfahrungen mit grundlegenden Konzepten der Molekularbiologie – wie Aminosäuresequenzen, Faltungsmechanismen sowie den Formaten PDB/mmCIF – werden empfohlen
- Vertrautheit im Umgang mit browserbasierten Notebooks und dem Ausführen von Codezeilen ist Voraussetzung
Zielgruppe
- Biologen, Molekularbiologen sowie Forscher im Bereich der Strukturbiologie
- Experimentelle Wissenschaftler, die computergestützte Vorhersagen von Proteinstrukturen für ihre Laborarbeit nutzen möchten
- Lebenswissenschafts-Experten, welche KI-basierte Modellierung in Hypothesebildung und Experimentdesign einbinden wollen
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