Schulungsübersicht
Modul 0: Grundlagen und AWS IoT-Ökosystem
- Einführung in das Internet der Dinge
- Definition von IoT im Jahr 2024 – über „Dinge“ hinaus (Edge-Intelligenz, KI/ML am Edge, Cyber-Physische Systeme).
- Treiber des IoT-Wachstums (Branchen und Anwendungsfälle).
- Relevante Trends: Edge Computing, Nachhaltigkeit, Integration von KI/ML sowie erhöhte Sicherheit.
- AWS IoT im Kontext des gesamten AWS-Ökosystems (Ressourcen des AWS Partner Network – APN).
- Überblick über die AWS-IoT-Dienstlandschaft
- AWS IoT Core (MQTT/Bridge, Job-Verwaltung, Device Defender).
- AWS IoT Device Management (Geräteregistrierung, Konfigurationsverwaltung sowie OTA-Updates).
- AWS IoT Analytics (Verarbeitung, Aufbereitung und Modellierung von Daten).
- AWS IoT Greengrass (Edge Computing, lokale Ausführung sowie sichere Kommunikation).
- AWS IoT Button: Konzeptuelle Darstellung für einfache Geräte.
- Verbindung: AWS IoT Core verbindet sich mit Lambda, DynamoDB, OpenSearch, Step Functions und SageMaker.
Modul 1: IoT-Architektur, Komponenten und Sicherheit
- IoT-Architektur
- Geräteschicht (Sensoren, Aktuatoren sowie Edge-Geräte wie Raspberry Pi und ESP32).
- Konnektivitätsschicht (MQTT, CoAP, HTTP, LPWAN wie LoRaWAN, NB-IoT, Sigfox oder Mobilfunk-Internet der Dinge).
- Cloud-Integrationsschicht (AWS IoT Core, API Gateway, Lambda und Step Functions).
- Datenverarbeitungs- und Analyseebene (DynamoDB, Timestream, OpenSearch, S3, Athena sowie SageMaker).
- Anwendungsschicht (mobile Anwendungen, Webanwendungen mit AWS Amplify oder individuelle Business-Anwendungen).
- Bedeutung: Begründung der Verteilten Architektur – Vorzüge wie geringe Latenz, reduziertes Bandbreitenaufkommen, gesteigerte Rechenleistung und höhere Sicherheit.
- Vertiefende Einblicke in wichtige IoT-Komponenten
- Hardware: Auswahlkriterien (Mikrocontroller, Konnektivität, Sensoren) sowie Sicherheitsaspekte (Trusted Execution Environments – TEEs).
- Edge Computing mittels AWS Greengrass – Vorteile wie geringere Latenz, weniger Cloud-Verkehr und Entscheidungen vor Ort.
- Geräteverwaltung: Registrierung (einschließlich Over-the-Air-Verfahren), Konfiguration, Überwachung sowie ferne Fehlerdiagnose.
- Sicherheitsaspekte im Detail: Geräteidentität, Authentifizierung und Berechtigungssteuerung (X.509-Zertifikate, JSON Web Tokens – JWTs), Verschlüsselung der Daten (bei Speicherung und Übertragung) sowie AWS IoT Device Defender.
- Standards im Bereich Sicherheit: Vorstellung relevanter Normen wie IEEE P2145 oder Open Connectivity Foundation – OCF sowie Compliance-Richtlinien wie ISO/IEC 27001 oder SOC 2.
- AWS-spezifische PaaS-Funktionen für IoT
- AWS IoT Core: Sicheres MQTT-Protokoll, Geräte-Jobverwaltung sowie Device Defender zur Absicherung.
- AWS Lambda: Serverlose Berechnungsplattform zur Vorverarbeitung von Daten und Auslösung weiterer Aktionen.
- AWS Step Functions: Orchestrierung komplexer Workflows mit zahlreichen Geräten.
- Amazon DynamoDB: NoSQL-Datenbank für schnelles Einlesen von IoT-Informationen.
- Amazon OpenSearch Service: Suche und Analyse; besonders geeignet für Zeitreihendaten.
- Amazon Timestream: Spezialdatenbank für zeitliche Abhängigkeiten.
- Amazon S3: Speicherung roher Datensätze als Data Lake.
- AWS IoT Device Defender: Überwachung und Prüfung der Sicherheitssituation.
- AWS IoT Wireless: Verbindung ferner LPWAN-Geräte mit der Cloud.
Modul 2: Kommunikationsprotokolle im IoT-Umfeld
- MQTT (MQTT v5 und WebSockets)
- Merkmale von MQTT 5.0: Speicherfunktion für Nachrichten, Verwaltungssitzungen, Benutzerdefinierte Eigenschaften sowie Wildcard-Topics.
- Verwendung von WebSockets zur Kommunikation – Standardisierungsaspekte.
- Erläuterung der verschiedenen Quality-of-Service-Stufen (QoS).
- Beste Praktiken bei der Nutzung des Protokolls.
- Alternative Kommunikationsprotokolle
- CoAP (Constrained Application Protocol) für Geräte mit eingeschränkten Ressourcen.
- AMQP sowie MQTT über AMQP – Standardformate zum Datenaustausch.
- HTTP: Geeignet für einfache Anwendungen mit seltenen Aktualisierungen.
- WebSockets: Ermöglicht bidirektionale Kommunikation in Echtzeit.
Modul 3: Entwicklung robuster IoT-Anwendungen mit AWS
- Geräteregistrierung und sichere Konnektivität
- Vorabkonfiguration von Geräten mittels AWS IoT Device Defender.
- Sicheres Over-the-Air-Onboarding – anhand konzeptueller Modelle wie jenes vom AWS IoT Button.
- Verwaltung der Gerätezertifikate über ACM bzw. PKI-Systeme.
- Einsatz von MQTT unter Verwendung des TLS-Verschlüsselungsstandards.
- Datenübertragung, Speicherung und weitere Verarbeitung
- Effiziente Übertragung der Gerätedaten nach AWS IoT Core.
- Auswahl des geeigneten Ziels: Lambda für ereignisgesteuerte Prozesse, Step Functions zur Orchestrierung, Timestream für Zeitreihenanalysen oder OpenSearch zum Suchen und Auswerten; außerdem S3 als Speicherplatz für unverarbeitete Informationen.
- Nutzung von AWS IoT Analytics zur vorherigen Aufbereitung sowie Bereinigung der Daten bevor diese gespeichert werden.
- Umgang mit hohem Datendurchsatz – unterstützende Technologien wie Kinesis bzw. Firehose.
- Verwaltung und Betrieb von IoT-Geräten
- Einsatz von AWS IoT Device Management zur Flottenverwaltung.
- Durchführung sowie Verwaltung von Over-the-Air-Updates – erleichtert durch das Werkzeug AWS IoT Jobs.
- Fernüberwachung und Anpassungen der Konfiguration.
- Aufbau des Backends für IoT-Lösungen
- Nutzung von API Gateway zur Erstellung von REST- oder GraphQL-Schnittstellen, über welche die Kommunikation mit Geräten und Daten gewährleistet wird.
- Einsatz von AWS Lambda für die Ausführung geschäftsspezifischer Logiken.
- Orchestrierung verteilter Prozesse unter Einsatz von AWS Step Functions.
- Asynchrone Nachrichtenübermittlung sowie Ereignisauslösung über Amazon SQS bzw. SNS.
Modul 4: Edge Computing und erweiterte Integrationen
- AWS IoT Greengrass – Grundlagen
- Konzepte wie „Core“, „Device“ und „Connector“.
- Lokale Ausführung von Lambda-Funktionen auf dem jeweiligen Gerät.
- Direkte Programmierung des Geräts in C++ oder Python zur eigenständigen Verarbeitung.
- Sichere Kommunikation zwischen Greengrass Core und anderen AWS- bzw. IoT-Geräten.
- Anwendungsbeispiel: Lokale Filterung, Vorverarbeitung der Daten oder KI-basierte Inferenz am Edge.
- Integration von künstlicher Intelligenz und Maschinenlernen
- Nutzung von SageMaker für die Entwicklung komplexer maschineller Lernalgorithmen in der Cloud.
- Einsatz des Greengrass ML Accelerator (GMA) zur Ausführung von KI-Inferenz auf Geräten vor Ort.
- Visualisierung der Daten und Gestaltung benutzerfreundlicher Oberflächen
- AWS IoT SiteWise zur professionellen Visualisierung industrieller Datensätze.
- Erstellung von Webanwendungen mittels AWS Amplify (inkl. API, Benutzeroberfläche sowie Authentifizierungsmechanismen).
- Erarbeitung interaktiver Dashboards unter Einsatz von Amazon QuickSight oder OpenSearch Dashboards.
Modul 5: Sicherheit, Governance und bewährte Praktiken
- Sicherheitslebenszyklus im IoT-Umfeld
- Grundsätze sicherer Systementwürfe (Verteidigung in Tiefe).
- Sichere Entwicklungsverfahren – u. a. gemäß der OWASP IoT Top 10.
- Erkennung und Beseitigung potenzieller Schwachstellen.
- Analyse möglicher Gefährdungsszenarien bei IoT-Systemen.
- AWS-Dienste zur Absicherung von IoT-Lösungen
- AWS IoT Device Defender: Überwachungs- und Schutzmechanismen für Geräte sowie gesamtes Service-System.
- Weitere Sicherheitswerkzeuge wie AWS Shield, AWS Identity and Access Management (IAM).
- Nutzung von AWS Config zur Prüfung der Compliance mit vorgegebenen Standards.
- Integration von Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) für erhöhte Datenschutzgarantien.
- Datenschutz und rechtliche Aspekte im IoT-Kontext
- Richtiges Handling personenbezogener Daten (PII).
- Festlegung von Richtlinien zur Aufbewahrung oder Löschung sensibler Informationen.
- Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen und Compliance-Standards.
Modul 6: Praktische Projekte und Abschlussaufgaben
- Anleitete Laborübungen
- Einrichtung neuer Geräte sowie deren Verbindung per MQTT.
- Sichere Übertragung der Daten an AWS.
- Erstellung eines einfachen IoT-Dashboards zur Anzeige relevanter Informationen.
- Simulation von Over-the-Air-Updates.
- Einstieg in die Grundlagen und Konzepte von AWS IoT Greengrass.
- Abschlussprojekt unter realistischen Bedingungen
- Gesamtentwicklung einer vollständigen IoT-Lösung zur Lösung eines praxisrelevanten Problems – etwa Automatisierung von intelligenten Haushaltssystemen, Überwachung der Umgebungsbedingungen oder Aufbau eines industriellen Sensor-Netzwerks.
- Anforderungen: sichere Einbindung des Geräts, effiziente Datenerfassung und -verarbeitung sowie Visualisierung – gegebenenfalls darüber hinaus Integration zusätzlicher Edge-Funktionalitäten.
- Verwendung der im Verlauf des Kurses vorgestellten AWS-Dienste zur Umsetzung des Projekts.
Voraussetzungen
Zielsetzung:
Moderne IoT-Entwicklung setzt eine Infrastruktur im Modell „Platform-as-a-Service“ (PaaS) voraus. Zu den führenden PaaS-IoT-Systemen gehören Microsoft Azure, AWS IoT von Amazon, Google Cloud IoT sowie Siemens MindSphere. Entwickler müssen daher die erforderlichen Funktionen solcher Plattformen verstehen, um IoT-Daten erfolgreich in andere Systemlandschaften zu integrieren. In diesem Kurs erhalten Sie praktische Einblicke anhand eines Raspberry Pi sowie des Mehrfach-Sensor-Chips TI SensorTag – dieser bietet zehn integrierte Sensoren (zur Erfassung von Bewegungsdaten, Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck und Lichtintensität etc.). Sie lernen die Grundlagen des IoT kennen und wie diese im AWS-IoT-PaaS-Ökosystem mithilfe von Lambda-Funktionen implementiert werden können.